zufällige Bilder

Bilder von Daniels Weltreise

Daniels Weltreise

Kuba, Ecuador, Peru, Tonga, Botswana, Namibia Südafrika

Wähle das Thema:

So
26
Dez '10

Auf zum Machupicchu

Wer nicht zum Machupicchu gelaufen ist, war nicht in Peru. Könnte man sagen. Wie auch immer, ich mag alte Ruinen. Und schon deshalb möchte ich unbedingt die gut erhaltene Inka-Stadt sehen. Als Pilgerpfad habe ich den “Inca Jungle Trail” ausgewählt. Vier Tage per Fahrrad und zu Fuß.

Wir starten am Sonntag. Heute ist Biken angesagt, downhill. Die Bikes sind echt in Ordnung. Wir fahren mit dem Bus auf 4.200 Meter Höhe. Oben ist es noch nebelig und feucht. Aber unterhalb der Wolken wird uns die Sonne erwarten. Wir schwingen uns auf die Räder. Alle brav hintereinander und nicht zu schnell, gell. Und bloß nicht den Guide überholen! Wir rollen die Asphaltstraße hinunter. Ich drehe gleich mal ein paar Videos, trotz Nebel. Es dauert länger als ich dachte, bis die Sonne zum Vorschein kommt. Dann aber eröffnet sich uns ein gigantischer Blick. Atemberaubende Bergketten mit Nebelwaldvegetation. Unten schlängelt sich ein Fluss durch das Tal. Ich drehe gerade ein Video von William, will überholen, da muss ich eine Vollbremsung einleiten. Stau.

Stau? Moment, bisher war kaum ein Fahrzeug zu sehen. Dann sehe ich was los ist: vor uns rutscht gerade der Berghang auf die Straße. Riesige Felsbrocken donnern den Berg hinunter. Der ein oder andere Baum ist auch dabei. Das Aufräumteam ist bereits vor Ort. Wir warten eine gute Stunde. Der Berg hat sich immer noch nicht beruhigt. Wir haben keine Geduld mehr und fahren im Bus, die Räder auf das Dach gepackt, schnell durch die ein bisschen geräumte Dreckstelle durch.

Dann geht’s wieder auf das Bike. Eine Menge Wasser kreuzt immer wieder die Straße. Es fließt einfach über die Straße, ist so vorgesehen. Ab jetzt begleitet uns die Sonne. Es wird verdammt warm. Die traumhafte Aussicht bleibt bis zum Schluss. Schließlich wird aus der Asphaltstraße eine Matschstraße. Durch den vielen Regen besteht der Weg nur noch aus einer dicken Schlammschicht. Das allerdings macht nochmal richtig Spaß. In einem kleinen Dorf packen wir die Bikes wieder auf den Bus, säubern uns so gut es geht und fahren zu unserem Hostel in Santa Marta. Santa Marta besteht aus kaum mehr Häusern als Hühnerställen. Das Abendessen ist richtig lecker. Schade, mit dem Rafting-Ausflug am Abend klappt es nicht, ist irgendwie doch schon ausgebucht.

Montag. Es regnet. In Strömen. Es ist schon erstaunlich, dass überhaupt so viel Wasser vom Himmel fallen kann. Wir warten. Und tatsächlich, es wird langsam weniger. Wir laufen los. Wir haben mehr als 8 Stunden Wanderung vor uns. Die Landschaft ist mal wieder atemberaubend. Steile Berge, reißende Flüsse, wilde Urwald-Vegetation. Es wird zur Abwechslung mal wieder steil. Und heiß. Und feucht. Der Regen wurde von der Sonne abgelöst. Wir sammeln die reifen Mangos, die hier im Nebelwald wachsen. Wir machen Pause am Monkey-House. Da sitzt tatsächlich ein Affe. Oh, ist der süß! Er steht total auf die orangefarbenen Gatoradeflaschen.


Jetzt geht es auf den echten Inka Trail! Gerade mal einen halben Meter breit geht es links steil bergab, rechts steil bergauf. Und der Blick ist entsprechend atemberaubend! Im Tal tost der reißende Fluss, der so manches Haus im letzten Jahr angegraben oder gar weggespült hat. Trotz meiner Cotopaxi-Kondition ist der Trail verdammt anstrengend. Die vielen steilen Felsstufen unterschiedlicher Höhe bei heiß-schwülem Wetter. Zum Mittagessen gibt es die beste Guacamole, die ich jemals gegessen habe! Nach dem Essen fleze ich mich in eine der gemütlichen Hängematten. Warmer Wind streicht mir um die Nase, mein Blick nach oben in die Bananenbäume… Da müsste ich nie mehr aufstehen.

Der Nachmittag wird nochmal richtig anstrengend. Wir passieren den Fluß über Hängebrücken und Ziplines. Wir kommen zu einer Thermalquelle. Ich nehme ein Bad. Wenn ich doch schon da bin! Ich bin offensichtlich der einzige, der sich “traut”. Dann wird’s matschig im Flussbett und wir müssen uns mit Steinen Tritthilfen zurechtwerfen. Es wird langsam dunkel. Schließlich rennen wir den Hügel vom Fluss hoch. Wir kommen oben auf der Straße an, inzwischen ist es stockfinster. Die letzten Meter nach Santa Teresa. Nach mehr als 8 Stunden Wanderung.

Dienstag. Heute ist ein Special angesagt: Die Zipline von Santa Teresa. 6 Seile in 150 Meter Höhe, bis zu 350 Meter lang. Gespannt quer über das Tal mit dem Fluss. Ein fantastischer Ausblick! Mann, die sind ganz schön schnell die Dinger! Bis zu 50 km/h! Und ein Mords Spaß! Ich rase, nur an einem Stahlseil hängend, über die Wipfel des Urwalds und über den reißenden Fluss. In 150 Meter Höhe. Ein Erlebnis für sich.

Wir fahren weiter mit dem Bus. Dann bricht die Straße ab, der Fluss hat sie letztes Jahr mitgenommen. Aber Laufen ist ja eh viel schöner. Von den Bergen stürzen sich gewaltige Wasserfälle in die Tiefe. Dann kommen wir an den Eingang zum Machupicchu Nationalpark. Wir marschieren weiter, die romantische Bahnlinie entlang, immer dem Fluss folgend. Schließlich erreichen wir Aguas Calientes: Die Lage ist unbeschreiblich: Eingepfercht zwischen steilen Bergwänden und dem tosenden Fluss Rio Urubamba hängen die Häuser am Hang. Leider ist die Stadt selbst total touristisch. Wie schade. Und teuer natürlich. Trotzdem ist das Essen ganz ausgezeichnet. Wir beschließen, den Machupicchu am nächsten Tag zu Fuß zu erklimmen.

Mittwoch. 4 Uhr. Aufstehen. Na toll, es schüttet in Strömen. Egal, wir gehen zu Fuß da hoch, basta. Ich statte mich regentauglich aus. Wir tasten uns in der Dunkelheit vor. Der Regen geht mir auf den Keks. Die Stufen sind glitschig und natürlich immer unterschiedlich hoch, inka-klassisch. Meine Kamera scheint das x-fache zu wiegen. Ich schwitze. Toll, außen nass, innen nass. Ich bin schon wieder völlig platt. William nimmt mir dankenswerterweise die Kamera ab. Und siehe da, plötzlich komme ich ganz problemlos voran.

Eine knappe Stunde später sind wir oben. Noch vor dem ersten Bus. Es ist kalt. Und nass. Ich fühle mich extrem unwohl. Ich hätte mehr anziehen sollen. Wir stehen rum, bis die andern kommen. Eine Dreiviertelstunde später geht’s dann los. Im einer riesigen Gruppe. Trotzdem: Der Guide ist sehr gut. Und ich muss erstaunt feststellen: Bei Regen scheint Machupicchu zum Leben zu erwachen! Das Wasser läuft durch die Kanalsysteme der Inkas, die Wolken hängen mystisch zwischen den schroffen Gipfeln.

Trotzdem bin ich nass, nass, nass. Als die Führung endlich vorbei ist, schlage ich vor, dass wir mit dem Bus runter fahren und dann wieder hoch fahren wenn die Sonne raus kommt. Gebongt. Ich freue mich auf eine warme Dusche im Hostal. Da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Entgegen der Angabe des Guides wäre um 9 Uhr Checkout gewesen. Sämtliche Sachen von uns stehen in Plastiktüten unten im Laden. Was für eine Frechheit! Kurzerhand gehen wir in die städtischen Warmbäder. Wir relaxen im wärmsten Becken und bekommen sogar Getränke an den Pool geliefert. Nach dem Mittagessen kommt die Sonne. Endlich! Wir fahren hoch und entdecken Machupicchu erneut. Bei Sonnenschein! Ein vollkommen anderer Eindruck. Nicht so stimmungsvoll, aber doch sehr viel angenehmer. Ehrlich gesagt: Fantastisch! So gut erhalten, in dieser Lage, wird Machupicchu seinem Ruf allemal gerecht!

1 Comment »

1 Kommentar » zu “Auf zum Machupicchu”

  1. Nadja Says:

    der absolute Traum!!!

Kommentieren

http://www.daniels-weltreise.de/2010/12/26/auf-zum-machupicchu/Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar schreiben zu können.